“Man muss immer den Mut haben neue Wege zu gehen” - Im Interview mit Alexandra Krohn

Seit vielen Jahren verfolge und beobachte ich Alexandra auf ihrem Weg. Du fragst, warum ich das mache? Als ich zum erstenmal auf Alexandra traf, bemerkte ich, hier ist ein Mensch, der eine Vision hat. Einen Traum. Ein klares Ziel. Aber noch am Anfang steht. Aus einem “sicheren Leben” ausbrechen wollte. Und wie viele Menschen, die ihren Traum verwirklichen wollen und dies der Öffentlichkeit mitteilen, erst einmal dafür belächelt wurde. Alexandra jedoch gab nicht auf.

 

Umso mehr habe ich mich gefreut, zu sehen, dass Alexandra ihren Weg immer weiter geht. Ihren Zielen näher kam und erreichte und sie sich “plötzlich” zu Interviews mit Menschen wie Moderator Ranga Yogeshwar oder dem Philosophen Richard David Precht getroffen hat.

 

Alexandra sagt, ihr “Wandel ist noch nicht abgeschlossen”. Ich habe vor Alexandra und ihrem Werdegang einen sehr großen Respekt. Weshalb ich mich sehr gefreut habe, als sie dem Interview zustimmte. Und nun: viel Spaß!


Alexandra, bevor wir einsteigen, beschreibe dich doch bitte in ein paar Sätzen. Besser gefragt: Wer bist Du?

Ich bin Autorin und Herausgeberin von INVOLO - meiner eigenen Buchreihe. Als Architektin mit einer großen Passion für Sachbücher, Philosophie und Fotografie hatte ich eines Tages die Idee über meine Leidenschaften zu schreiben.

 

Ich startete einen Blog, der sich zu einem ganz besonderen Projekt entwickeln sollte und mich dazu motivierte mein gesammeltes Wissen in einer eigenen Buchreihe herauszugeben. Es begann eine spannende Reise. Für den ersten Band traf ich unter anderem renommierte Persönlichkeiten wie Moderator Ranga Yogeshwar, Astrophysiker Harald Lesch und den Soziologen Harald Welzer.

Auf deiner Homepage sprang mir sofort ein Satz ins Auge: “Unsere Welt befindet sich im Wandel”. Soweit ich weiß, befand sich auch Dein berufliches Leben in den letzten Jahren in einem großen Wandel. Ist Dein Wandel vollzogen? Dauert er noch an?

Der Wandel ist nicht abgeschlossen. Das wäre ja auch langweilig. Nur wenn man sich ausprobiert erfährt man, welche verborgenen Talente und Fähigkeiten in einem schlummern. Man muss immer den Mut haben neue Wege zu gehen.

Du beschäftigst dich sehr intensiv mit dem Thema Philosophie. Was fasziniert Dich an der Philosophie?

Die Philosophie fasziniert mich schon seit meiner Jugend. Ich glaube das geht jedem so, der sich einmal auf sie eingelassen hat. Ich hinterfrage gerne und die Philosophie bietet dafür gute Denkanstöße. Auf viele kleine Fragen bekommt man durchaus Antworten. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, welch enormen Wissensschatz unsere 2.500 Jahre umfassende abendländische Philosophiegeschichte bereithält. Viele große Denker haben sich in der Vergangenheit schon damit auseinandergesetzt, was ein gutes Leben ausmacht, oder was wir mit unserem Wirbeltiergehirn überhaupt wissen können.

 

Besonders große Freude bereitet es mir mit anderen gemeinsam zu philosophieren. Natürlich reizen mich auch die ganz großen Fragen, wie die nach dem Sinn des Lebens oder wer man ist. Aber ich bin schon durchaus damit zufrieden, wenn ich in der Lage bin etwas intelligenter über die Welt nachzudenken und sich mein Blick für das Wesentliche schärft.

“Unsere Welt befindet sich im Wandel”. Welchen Wandel meinst Du mit dieser Aussage?

Diesen Satz habe ich bereits vor der Corona-Krise für den ersten Band gewählt. Damals konnte ich nicht ahnen, wie sehr diese Aussage zutreffen würde! Ursprünglich meinte ich aber die Veränderungen, die durch die Digitalisierung, die Künstliche Intelligenz und technische Innovationen zu erwarten sind. Das sind unter anderem die Themen, die ich mit meinen Interviewpartnern im ersten Band besprochen habe.

 

Es ist einfach faszinierend, was mit autonom fahrenden Autos, menschenähnlichen Robotern und 3D-Druckern möglich wird. Zu diesen Transformationsprozessen gesellen sich eine ganze Reihe weiterer Herausforderungen wie die Globalisierung, die Klimaerwärmung oder die Krise Europas. Die Welt verändert sich und es ist nicht verwunderlich, dass sich aufgrund dieser gesellschaftlichen Umbrüche viele Menschen orientierungslos fühlen.

Ich kann mir vorstellen, dass auch Rückschläge zu Deinem persönlichen Wandel gehören. Wie gehst Du persönlich mit Rückschlägen um?

Es ist falsch anzunehmen, das sich Erfolge nur dadurch auszeichnen, wenn immer alles glatt läuft. Rückschritte, Sackgassen und Fehltritte gehören dazu und sind eher die Regel als die Ausnahme. Aus Fehlern lernt man tatsächlich mehr. Das wichtigste ist, dass man ein klares Ziel vor Augen hat, wofür man brennt und das einen motiviert. Kommt man einmal nicht mehr vorwärts, sollte man kurz innehalten und sich fragen, ob man noch auf dem richtigen Weg ist.

 

Stagnation ist oft ein Zeichen, dass man vom Weg abgekommen ist. Ich habe gelernt, dass man nicht alles selber machen kann und es ist wichtig Aufgaben zu delegieren. Außerdem ist ein guter Coach hilfreich. Also jemand, der einen durch seine Erfahrungen und sein Wissen begleitet und unterstützt.

Dem kann ich dir absolut zustimmen. Leider brechen viele Menschen nach Rückschlägen ihren Weg ab, anstatt darüber nachzudenken, wo der Fehler für das Scheitern lag. Alexandra, lass uns über INVOLO sprechen. Was genau ist INVOLO?

INVOLO ist eine auf mehreren Bänden angelegte Buchreihe. In einer immer komplexer werdenden Welt inspiriert sie die Leser*innen zu einem bewussteren Umgang mit kulturellen und gesellschaftlichen Themen und vermittelt fundiertes Wissen. Bestehend aus tiefgehenden Texten, ausführlichen Gesprächen mit renommierten Expert*innen und hochwertigen Fotografien werden relevante Themen näher beleuchtet.

 

INVOLO involviert die Leser*innen in das aktuelle kulturelle und gesellschaftliche Zeitgeschehen.

Du bist einst mit einem Blog gestartet. Was war der Grund für Dich zu sagen, Du veröffentlichst die Themen nicht mehr als reinen Blog, sondern in Form eines gedruckten Buchbandes?

Das hatte mehrere Gründe. Zum einen lese ich einfach wahnsinnig gerne Bücher. Gerade in Zeiten der Digitalisierung sind Bücher wichtig. Verschiedene Studien belegen, dass Informationen, die man auf Papier liest, besser im Gedächtnis bleiben. Ein Buch spricht vier unserer Sinne an: Sehen, Hören, Riechen und Fühlen. Es fühlt sich einfach besser an ein Buch in den Händen zu halten und die Seiten umzublättern.

 

Das Internet ist flüchtig. Informationen verschwinden oder veralten schnell. Ein Buch liegt auch morgen noch auf dem Tisch und wartet darauf, dass man es aufschlägt. Zum anderen hatte sich mein Projekt aber auch in eine Richtung weiterentwickelt, der eine Internetseite nicht mehr gerecht werden konnte.

Für Deinen Buchband hast du unter anderem auch ein Interview mit dem Philosophen Richard David Precht geführt. Gerade in der jetzigen Corona-Zeit ist Richard David Precht in vielen TV-Sendungen zu Gast. Was konntest Du aus diesem Gespräch für Dich persönlich mitnehmen?

In unserem Interview haben wir einen großen Bogen geschlagen und viele wichtige Themen, wie das bedingungslose Grundeinkommen, das Schulsystem und Utopien für eine zukünftige Gesellschaft diskutiert. Interessant waren vor allem seine Überlegungen zur Künstlichen Intelligenz. Sein aktuelles Buch beschäftigt sich mit diesen Gedanken.

 

Ich habe zum Beispiel gelernt, dass man Maschinen, wie das autonom fahrende Auto, nicht ethisch programmieren darf, denn das würde gegen unsere Menschenwürde verstoßen und wäre dadurch in Deutschland verfassungswidrig.

Denkst Du, die Philosophie hat Antworten auf die Frage, wie der Wandel in der Welt am besten vollzogen werden kann?

Ja, auf jeden Fall! Ich unterhalte mich oft mit Philosophen*innen. Alle machen sich Gedanken über die drängenden Fragen unserer Zeit und können gleichzeitig auf die enormen Erfahrungen der Philosophiegeschichte zurückgreifen. Nicht alle heutigen Probleme sind neu, auch wenn es oft so scheint. Es ergibt Sinn sich damit zu beschäftigen, wie ähnliche Herausforderungen in der Vergangenheit bewältigt wurden.

 

Leider wird hierzulande noch wenig auf Philosophen*innen gehört und viele sitzen nach wie vor in ihrem Elfenbeinturm. Dabei kann die Philosophie einen großen Beitrag dazu leisten mit den zukünftigen Umwälzungen umzugehen.

Schwenken wir in die Gegenwart. In deinen Social Media-Kanälen hab ich einen Post von Dir gelesen, dass dir in der Corona-Zeit die Kultur und Veranstaltungen fehlen. Kannst Du beschreiben was Du damit meinst? Was fehlt Dir bzw. was gibt Dir Kultur und Veranstaltungen?

Ich bin mit Musik, Tanz, Literatur und Kunst aufgewachsen. Kultur gehört für mich zum Leben dazu wie die Luft zum Atmen. Es erfüllt mich, stiftet Sinn und versüßt den Alltag. Jetzt sind alle Museen, Theater, Kinos und Opernhäuser geschlossen. Besonders Museen haben in den letzten Monaten ein umfassendes Hygienekonzept erarbeitet. Von ihnen geht also relativ wenig Gefahr aus. Trotzdem müssen sie schließen und Existenzen werden gewissenlos vernichtet.

 

Das zeigt, wie in der aktuellen Krise mit Kulturorten umgegangen wird. Ihnen wird eine unwichtige Rolle als Freizeitgestaltung und Unterhaltung zugeschrieben. Kunst und Kultur sind aber nicht nur reine Unterhaltung, sondern unverzichtbare Bestandteile unseres gesellschaftlichen Lebens. Kultureinrichtungen sind Orte der Bildung. Sie fördern kreatives Denken und kritisches Nachfragen. Beides ist für eine funktionierende Demokratie unerlässlich.

Da bin ich zu 100% bei Dir! Thema: Corona. Deine Buchveröffentlichung und die dazugehörige Lesetour fielen genau in die Corona-Beschränkungen. Was hat sich für Dich und Deine Arbeit durch Corona verändert? Werden die ausgefallenen Lesetour-Termine nachgeholt?

Meine Veranstaltungen wurden natürlich alle abgesagt. Das ist nicht nur aus finanziellen Gründen problematisch. Persönliche Begegnungen mit meinen Leser*innen konnten ebenfalls nicht stattfinden. Aus diesem Grund habe ich in den letzten Monaten alles ins Digitale verlegt. Das ersetzt zwar nicht den direkten persönlichen Austausch vor Ort, kann aber eine gewisse Zeit als Überbrückung dienen. Die digitalen Kommunikationskanäle halfen mir meine Inhalte zu vermitteln und ich konnte sogar interessante neue Kontakte knüpfen.

 

Dadurch bekommt mein Projekt eine ganz neue Richtung. Natürlich plane ich zukünftig Termine, in der Hoffnung, dass wir nächstes Jahr wieder langsam zur Normalität zurückkehren können.

Das hoffen wir alle. Alexandra, zum Abschluss, wo kann man Dich im Internet finden? Gibt es etwas, was Du den Menschen mit auf den Weg geben möchtest?

Meine Buchreihe INVOLO und weitere Informationen findet man im Internet unter www.involo.de. Dort gibt es auch die Verlinkungen zu meinen Accounts von Facebook, Instagram und YouTube. Ich wünsche Deinen Leser*innen viel Mut beim Verwirklichen ihrer eigenen Träume, Ziele und Wünsche.

Alexandra, ich sage vielen Dank für Deine Zeit, Deine sehr interessanten Antworten und Aussagen. Und, das letzte Wort gehört Dir 😉

Lieber Oli, ich danke Dir für dieses schöne Gespräch und wünsche Dir viel Erfolg mit Deinen Projekten!



Liebe Leser*innen,

 

ihr seht, sich mit Alexandra auszutauschen und zu unterhalten ist sehr interessant und informativ. Bitte schaut auf der Homepage von Alexandra vorbei, www.involo.de, folgt ihr in den sozialen Medien. Und ich hoffe, dass ihre Live-Termine 2021, spätestens 2022 nachgeholt werden können. Moni und ich haben uns vorgenommen, auf alle Fälle einen Live-Termin von Alexandra zu besuchen.

 

Ich werde ihre Live-Termine auch hier veröffentlichen, sobald diese stehen.

Und jetzt euch viel Spaß auf www.involo.de

 

Euer Oli


Alle Fotos auf dieser Seite und im Interview: © Studio157